Kunstdruck / Christo / Over the River VII above / 60 x 80 cm
Christo & Jeanne-Claude: »Over The River, Project for the Arkansas River, State of Colorado, 1992-2017«
Das Künstlerpaar Christo und Jeanne-Claude ist international bekannt für seine beeindruckenden Verhüllungsprojekte und Installationen. Das in Deutschland wohl bekannteste Projekt war die Verhüllung des Reichstags in Berlin (»Wrapped Reichstag«). Eine geplante Installation, die im Planungsprozess aufgrund ihrer Ausmaße international viel Beachtung gefunden hat, war »Over The River«, ein Projekt, bei dem 9,5 Kilometer silbrigen Stoffes den Arkansas River im U.S.-Staat Colorado überspannen sollten. Bei Fils Fine Arts finden Sie eine exklusive Auswahl an Werken von Christo zu dem Projekt – von Unikaten bis hin zu hochwertigen Prints.
Die Vision hinter dem Projekt
Die Vision für das Projekt »Over The River« geht auf das Jahr 1992 zurück: Christo und Jeanne-Claude entwickelten die Idee, einen Fluss mit Stoffpanelen zu überspannen. Nach vielen Erkundungstouren fiel die Wahl auf den Arkansas River im U.S.-Staat Colorado in den Rocky Mountains. Es war vorgesehen, ganze 9,5 Kilometer an silbrig-durchlässigem Stoff über den Arkansas River zu spannen, auf einer Streckenlänge von insgesamt rund 67 Kilometern. Das Projekt sollte ein einzigartiges ästhetisches Erlebnis werden – das Gewohnte sollte neu, sollte verändert wahrgenommen werden: Wasser und Flusslauf, Erde und Landschaft, Luft und Himmel. Dem Besucher sollten bei Christo und Jeanne-Claudes »Over The River« verschiedene Perspektiven offenstehen: von oben auf den partiell verdeckten Fluss zu schauen oder die überspannten Stoffbahnen von unten, vom Wasser aus, wahrzunehmen.
Christo und Jeanne-Claudes Werk »Over The River«: Der Arkansas River unter Stoff
Christo und Jeanne-Claude wollten den Besuchern des Projekts ermöglichen, den von Stoff überlagerten Fluss aus verschiedenen Perspektiven zu erleben: Von der Straße aus sollte man von oben auf den verhüllten Flusslauf blicken können, und gleichzeitig sollte man den Fluss über den Wasserweg befahren können. Die am Fluss entlanglaufende Straße und die bereits existierenden, zum Wasser führenden Fußwege sollten es Besuchern erlauben, das Projekt zu Fuß, aus dem Auto oder Bus zu sehen – von oben aus. Wer im Kajak oder Schlauchboot auf dem Fluss unterwegs sein wollte, konnte dann die Perspektive wechseln und die Verhüllung anders erleben – von unten aus. Der lichtdurchlässige Stoff sollte für die zu Wasser fahrenden Besucher ein Lichtspiel erzeugen. Von oben betrachtet sollte er silbrig glänzen, von unten betrachtet sollte das durchsichtige Gewebe die Konturen der Wolken, der Berge und der Vegetation hervorheben.
Für die Überspannung des Arkansas Rivers waren quer über den Fluss gespannte Stoffpaneele vorgesehen mit Verankerungen an den höher gelegenen Stellen des Ufers. Ganze 9,5 Kilometer Stoffbahnen sollten mit Unterbrechungen durch Brücken, Felsen oder Baum- und Buschlandschaft den Fluss auf einer Streckenlänge von rund 67 Kilometern überspannen. So sollte der Besucher den Wechsel erleben können: Mal den Fluss pur, mal den Fluss als Kunstprojekt.
Die Stoffbahnen sollten dabei frei über der Wasseroberfläche schweben, mal niedrig in nur ca. 2,4 Metern Höhe, mal in einer eindrucksvollen Höhe von 7 Metern. Die Stoffpaneele sollten der Form des Flusses und der unterschiedlichen Breite seines wechselnden Verlaufs folgen – Christo und Jeanne-Claudes »Over The River« sollte sich den Gegebenheiten der Natur anpassen. Zugleich sollte es eine Ergänzung der Natur sein, als entsprächen die silbrigen gespannten Stoffbahnen einem zweiten Fluss, der sich über das eigentliche Flussbett zieht.
Für eine Dauer von zwei aufeinander folgenden Wochen wollten Christo und Jeanne-Claude mit »Over The River« dem Besucher ein besonderes, poetisches Erlebnis von Natur und Kunst ermöglichen.
Das Projektende von Christos »Over The River« im Jahr 2017
Im Januar 2017 hat Christo sich dafür entschieden, das Projekt einzustellen. Im Artikel 'Christo, Trump and the Art World's Biggest Protest' in der New York Times wird deutlich, dass der Künstler das Projekt auch aus politischen Überzeugungen heraus beendet hat. Donald Trump war im November 2016 zum Präsidenten der Vereinigten Staaten gewählt worden. Christo offenbart im Interview die Zusammenhänge zwischen dem Projekt »Over The River« und der Trump-Regierung zu dieser Zeit: »Hier ist die US-Bundesregierung unser Vermieter. Sie besitzt das Land. Ich kann kein Projekt machen, das diesem Vermieter zugute kommt.«